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Gäste reservieren und kommen nicht: Warum so wenige Restaurants sich schützen

Grob geschätzt können No-Shows ein Restaurant mit 200.000 € Umsatz 5.000 bis 25.000 € im Jahr kosten. Zahlen aus drei Ländern, eine Rechnung und fünf Schritte dagegen.

Samstag, kurz nach 19 Uhr. Tisch 12 ist für sechs Personen reserviert, der Name steht seit Mittwoch auf der Tafel. Sie haben den Tisch für niemanden sonst freigehalten, an der Tür haben Sie schon zwei Paare weggeschickt. 19:15 Uhr: noch niemand da. 19:30 Uhr: Sie rufen an, es meldet sich die Mailbox. Um 20 Uhr geben Sie den Tisch auf. Die Küche ist trotzdem eingeteilt, das Personal steht, und an Tisch 12 sitzt den ganzen Abend niemand.

Dieser Text zeigt, wie verbreitet das Problem ist, warum die bekannten Gegenmittel so selten eingesetzt werden und welche Schritte sich auch ohne neue Software lohnen.

Wie verbreitet sind No-Shows?

Deutschland. Der Branchenverband DEHOGA Nordrhein-Westfalen hat 2025 rund 250 Gastronomen und Hoteliers befragt. 87 % haben selbst schon erlebt, dass Gäste reserviert haben und nicht erschienen sind. Unter den betroffenen Betrieben schätzen etwa 40 %, dass sie dadurch mehr als 5 % ihres Jahresumsatzes verloren haben. Das ist eine Schätzung der Befragten, keine Buchhaltung. 2022 sagten in einer ähnlichen Umfrage mit mehr als 270 Teilnehmern etwa drei Viertel, No-Shows nähmen zu.

Italien. Incrementoo, eine italienische Beobachtungsstelle für Digitales und Gastronomie, hat 212.000 Reservierungen in einer Auswahl von 300 Restaurants ausgewertet (Januar bis August 2025): Im Schnitt erschienen 12,8 % der Gäste nicht. Das ist eine ausgewählte Stichprobe, kein Querschnitt aller Lokale.

Großbritannien. Ein Anbieter von Reservierungssoftware befragte Anfang 2023 208 britische Gastronomiebetriebe und 827 Gäste. Ergebnis: Auf 20 Reservierungen kommt ein No-Show, also etwa 5 %. Im Schnitt kostete das jedes Lokal 1.325 £ in zwei Monaten.

Warum die Zahlen so weit auseinanderliegen. Ein Softwareanbieter hat die Daten seiner eigenen Kunden veröffentlicht (3,77 Millionen Reservierungen in 2.417 Restaurants, August 2025 bis Juli 2026). Dort liegt der Durchschnitt bei nur 2,33 %. Die veröffentlichten Werte reichen in Europa also von etwa 1 % bis etwa 13 %. Es kommt darauf an, wer zählt und welche Lokale er zählt.

Rechnen wir: Was kostet das im Jahr?

Nehmen wir ein kleines Restaurant mit 200.000 € Jahresumsatz. Als Faustregel gilt: Jeder Prozentpunkt No-Shows kostet ungefähr 1 % des Umsatzes, der über Reservierungen hereinkommt. Entscheidend ist, wie viel Ihres Umsatzes von Gästen mit Reservierung stammt. Deshalb zeigt die Tabelle zwei Fälle.

AusfallquoteQuelle der QuoteDer ganze Umsatz kommt von Gästen mit ReservierungDie Hälfte des Umsatzes kommt von Gästen mit Reservierung
5 %Großbritannienrund 10.000 € im Jahrrund 5.000 € im Jahr
12,8 %italienische Studierund 25.600 € im Jahrrund 12.800 € im Jahr

Das ist eine grobe Rechnung: Quote mal Umsatz. Ein leerer Tisch lässt sich manchmal noch mit Laufkundschaft füllen, und einen Teil des Wareneinsatzes sparen Sie ebenfalls. Der tatsächliche Verlust kann also kleiner sein. Setzen Sie Ihre eigenen Zahlen ein.

Zum Vergleich: In der DEHOGA-Umfrage 2025 schätzen etwa 40 % der betroffenen Betriebe, dass sie mehr als 5 % ihres Jahresumsatzes verloren haben. Bei 200.000 € Umsatz wären das mehr als 10.000 € im Jahr.

Wie viel es bei Ihnen ist, rechnen Sie am besten selbst aus: leere Plätze pro Abend × durchschnittlicher Umsatz pro Gast × Öffnungsabende im Jahr. Wie Sie die leeren Plätze zählen, steht weiter unten.

Warum schützen sich so wenige?

Hier wird es interessant. Wer das Problem so gut kennt, müsste doch etwas dagegen tun. Tatsächlich tun es nur wenige. In der Umfrage von 2025 verlangt nur rund jeder zehnte Betrieb eine Vorauszahlung oder eine Kartennummer. Weitere 3 % haben die Konsequenz gezogen und nehmen gar keine Reservierungen mehr an. Das ist die teuerste Lösung von allen: Sie lösen das Problem, indem Sie die Gäste wegschicken, die Sie eigentlich haben wollen.

In der Umfrage von 2022 sah die Verteilung so aus: 11,1 % der Befragten verlangten eine Ausfallgebühr, 7,1 % verlangten eine Vorauszahlung und nur 4,0 % ließen Gäste eine Kreditkarte hinterlegen. Die Kartenhinterlegung, das mildeste der drei Mittel, war damit das seltenste.

Dafür gibt es mehrere Gründe, und keiner davon ist Nachlässigkeit.

Erstens: Die Angst, Gäste zu verschrecken. Wer im Gespräch am Telefon plötzlich nach der Kreditkartennummer fragt, klingt nach Misstrauen. Viele Wirte scheuen davor zurück, vor allem bei Stammgästen, die seit Jahren kommen. Diese Sorge ist berechtigt, denn eine Vorauszahlung verlangt vom Gast, dass er Geld hergibt, bevor er einen einzigen Bissen gegessen hat.

Zweitens: Es ist umständlich. Eine Kartennummer am Telefon aufzunehmen, sie sicher zu verwahren und im Ernstfall abzubuchen, ist keine Aufgabe für einen Samstagabend. Ohne Werkzeug, das das erledigt, bleibt es meist bei der guten Absicht.

Drittens: Das Werkzeug kostet extra. Wer es mit einem Reservierungssystem versuchen will, stellt oft fest, dass die Absicherung nicht im Grundpreis steckt. Öffentliche Preislisten (Stand Oktober 2026) zeigen die Absicherung als kostenpflichtige Zusatzoption, als eigenes Anzahlungsmodul oder als Kartengebühren, die von der Stufe abhängen.

Die gängigen Wege im Vergleich

Es gibt nicht den einen richtigen Weg. Jeder hat Vorteile und einen Preis.

Erinnerung per Anruf oder Nachricht. Vorteil: kostet fast nichts und wirkt freundlich. Der Gast hat eine letzte Gelegenheit abzusagen, und Sie können den Tisch neu vergeben. Nachteil: Es kostet Zeit, und wer nicht erreichbar ist, bleibt ungewiss. Ohne Absicherung ändert eine Erinnerung nichts daran, dass es einen Gast, der einfach nicht erscheint, nichts kostet.

Ausfallgebühr, die erst bei Nichterscheinen fällig wird. Vorteil: Wer kommt, zahlt nichts extra. Nachteil: Ohne hinterlegte Karte können Sie die Gebühr kaum eintreiben. Eine Rechnung an einen Gast, der nicht erschienen ist, bleibt meist unbezahlt, und der Streit darüber kostet mehr Nerven, als er einbringt.

Vorauszahlung. Vorteil: Das Geld ist da, bevor der Gast kommt. Nachteil: Sie ist die härteste Hürde. Wer zahlen muss, bevor er isst, überlegt es sich und bucht im Zweifel bei einem Restaurant, das nichts verlangt. Für ein Menü zum Festpreis oder eine Gruppe an einem Feiertag kann sie sinnvoll sein; für den normalen Abend meist nicht.

Kartengarantie. Der Gast hinterlegt beim Reservieren eine Karte, es wird nichts abgebucht. Erscheint er nicht oder sagt zu spät ab, wird die Gebühr fällig, die Sie festgelegt haben. Wer pünktlich kommt, zahlt keinen Cent. Vorteil: Sie ist die mildeste Form, denn sie verlangt dem Gast nichts ab, solange er sich an die Abmachung hält, und trotzdem hat die Gebühr Gewicht. Nachteil: Die Gäste müssen eine Karte eingeben, ein Schritt mehr bei der Reservierung. Und wer Kartendaten verarbeitet, braucht dafür einen Zahlungsdienstleister, der seine eigenen Gebühren erhebt. Erste Zahlen sprechen für diesen Weg, sind aber mit Vorsicht zu genießen. Der italienische Anbieter von oben meldet, dass bei Restaurants, die eine Anzahlung oder eine Kartenvorautorisierung verlangen, die Ausfälle von 12,8 % auf 5,4 % sinken. Der andere Anbieter meldet 0,80 % bei Reservierungen mit verlangter Garantie gegenüber 2,47 % ohne. Beides sind Daten, die Softwarefirmen über ihre eigenen Kunden veröffentlicht haben, und der zweite Anbieter schreibt selbst, es handle sich um beobachtete Zusammenhänge, nicht um einen gemessenen Effekt: Restaurants, die eine Garantie verlangen, sind ohnehin anders als andere.

Mehr Reservierungen annehmen als Plätze da sind. Manche Häuser rechnen fest mit einem Anteil von Ausfällen und buchen bewusst über. Das funktioniert, bis an einem Abend alle kommen. Dann stehen Sie mit einem Dutzend Gästen vor der Tür und haben nur noch die Wahl, jemanden zu enttäuschen. Wir halten es für das riskanteste der Mittel.

Wann eine Gebühr fair wirkt

Der Gast nimmt eine Regel dann gut auf, wenn er sie vorher kennt, wenn sie ihm Spielraum lässt und wenn er sieht, dass sie auch Ihnen etwas abverlangt. Eine Frist, bis zu der er kostenlos absagen kann, gehört dazu. Dazu gehört auch ein einfacher Weg, tatsächlich abzusagen. Und die Gebühr sollte sich an dem orientieren, was ein leerer Platz Sie tatsächlich kostet, nicht an dem, was der Gast gerade noch hinnimmt. So bleiben Sie, was Sie sein wollen: ein Gastgeber und kein Inkassobüro.

Was Sie heute tun können

Auch ohne neues System lässt sich einiges verbessern. Fünf Schritte, die nichts oder fast nichts kosten:

  1. Rechnen Sie Ihren eigenen Verlust aus. Zählen Sie vier Wochen lang, wie viele Plätze pro Abend leer geblieben sind, weil Gäste nicht kamen. Dann: leere Plätze pro Abend × durchschnittlicher Umsatz pro Gast × Öffnungsabende im Jahr. Die Zahl, die dabei herauskommt, ist Ihre, nicht die einer Branchenstatistik. Sie sagt Ihnen, wie viel Aufwand sich lohnt.
  2. Schreiben Sie die Regel auf. Wenn Sie ab einer bestimmten Gruppengröße eine Gebühr verlangen möchten, sagen Sie es vorher, deutlich und freundlich. Ein Satz auf der Reservierungsseite oder in der Bestätigung genügt: „Bitte sagen Sie spätestens am Vortag ab.“ Gäste, die die Regel kennen, halten sich eher daran.
  3. Machen Sie das Absagen leicht. Viele No-Shows sind keine Boshaftigkeit, sondern Vergessen oder Scheu vor dem Anruf. Wer mit einem Klick absagen kann, tut es auch. Ein freier Tisch, den Sie am Nachmittag erfahren, lässt sich noch vergeben. Einer, den Sie um 20 Uhr merken, nicht.
  4. Erinnern Sie rechtzeitig. Eine Nachricht am Vortag oder am Tag selbst mit dem Link zum Absagen holt die meisten Unsicheren ab. Wichtig ist, dass sie Zeit zum Umplanen lassen und nicht erst zwei Stunden vor dem Termin kommen.
  5. Führen Sie eine Warteliste. Wenn ein Tisch frei wird, müssen Sie nur die nächste Person anrufen. Ein abgesagter Tisch, der am gleichen Abend wieder besetzt wird, ist kein Verlust mehr.

Wer all das umsetzt und trotzdem Ausfälle hat, kann über eine Kartengarantie nachdenken, zunächst vielleicht nur für die Abende mit der größten Nachfrage und die größten Gruppen.

Was Bientenu dafür bietet

Bientenu macht eine Sache: Reservierungen, für kleine Restaurants. Dazu gehören die genannten Schritte.

  • Kartengarantie. Gäste hinterlegen beim Reservieren eine Karte. Wer pünktlich kommt, zahlt keinen Cent.
  • Automatische Erinnerungen. Die Gäste bekommen sie ohne Ihr Zutun.
  • Absagen per Link. Der Gast sagt mit einem Klick ab, und Sie müssen nicht ans Telefon.
  • Warteliste. Wird ein Tisch frei, wird er den Gästen auf der Online-Warteliste angeboten, automatisch oder von Ihnen, ganz nach Ihrer Wahl.

Fazit

No-Shows sind kein Randproblem. Je nach Quelle fehlen 5 % oder 12,8 % der Gäste, und bei 200.000 € Umsatz sind das 5.000 bis 25.600 € im Jahr. Kaum ein Betrieb sichert sich ab, weil die Mittel entweder Gäste verschrecken, umständlich sind oder extra kosten.

Restaurants, die eine Anzahlung oder eine Kartengarantie verlangen, melden weniger No-Shows: im italienischen Bericht 5,4 % gegenüber durchschnittlich 12,8 %. Das ist ein Zusammenhang, kein Beweis, dass die Garantie die Ursache ist. Nur zur Veranschaulichung: Beim Restaurant mit 200.000 € Umsatz von oben wären das, wenn der ganze Umsatz aus Reservierungen käme, bei 12,8 % rund 25.600 € im Jahr und bei 5,4 % rund 10.800 €. Bleibt die Frage: Was kostet der Schutz?

Darauf antwortet der nächste Text. Dort rechnen wir nach, was Reservierungssoftware wirklich kostet.

Sehen Sie sich in der Demo an, wie Bientenu das macht, oder probieren Sie es gleich mit Ihrem Restaurant aus.

Quellen